Gesundes Nussmus selber machen: Rezepte und Tipps

die illusion der immer gleichen gesundheit
Nussmus ist im Grunde nur gemahlene Nuss. Das klingt simpel, aber genau in dieser Einfachheit liegt die Falle. Viele Hersteller fügen Dinge hinzu, die du gar nicht brauchst. Dein Ziel ist wahrscheinlich ein hoher Anteil an reinen Nüssen, oder? Das ist die Basis für ein wirklich nahrhaftes Produkt. Wenn du auf die Inhaltsstoffe schaust, entdeckst du oft versteckte Zuckerbomben oder unnötige Fette.
zuckerfalle: der süße schein
Viele Nussmuse, besonders die Erdnussbutter, sind oft mit Zucker, Glukosesirup oder sogar Aromen versehen. Das macht sie lecker, aber es zerstört den gesundheitlichen Vorteil. Ein gesundes Nussmus sollte maximal zwei Zutaten enthalten: die Nuss und vielleicht eine Prise Salz. Wenn du etwas Süßes suchst, nimm lieber frisches Obst dazu. Achte beim Kauf darauf, ob die erste Zutat „Erdnüsse“ oder „Zucker“ ist. Ist es Letzteres, lass die Finger davon. Das gilt besonders, wenn du ein reines Mandelmus kaufen möchtest und trotzdem Zucker findest.
fett ist nicht gleich fett: der palmöl-faktor
Ein weiteres Thema, das viele beschäftigt, ist das Fett. Nüsse enthalten natürlich Fett, aber das sind meist die guten, ungesättigten Fettsäuren. Das Problem entsteht, wenn Hersteller günstiges Fett wie Palmöl hinzufügen. Palmöl wird oft zugesetzt, damit das Mus streichfähiger bleibt und sich nicht trennt. Es ist billig, aber gesundheitlich nicht ideal. Ein hochwertiges, gesundes Nussmus trennt sich in Öl und feste Masse. Das ist normal! Das Öl schwimmt oben, weil es sich nicht mit der Nussmasse verbinden will. Du musst es nur umrühren. Wenn dein Mus immer perfekt glatt ist, ohne dass es sich trennt, ist wahrscheinlich ein Stabilisator wie Palmöl im Spiel.
die qual der wahl: welche nuss für welchen zweck?
Nicht jedes Nussmus ist gleich. Deine Bedürfnisse und dein Geschmack entscheiden, welches Mus du wählst. Jede Nuss bringt etwas andere Vorteile mit sich. Wenn du nach dem besten gesunden Nussmus suchst, schau dir diese gängigen Sorten an.
VIDEO: How to NUSSMUS SELBER MACHEN in 5 Minuten Haselnussmus, Mandelmus, Cashewmus…
mandelmus: der klassiker für die nährstoffe
Mandelmus ist ein Favorit, weil Mandeln viele Ballaststoffe, Vitamin E und Magnesium liefern. Wenn du ein Mandelmus kaufst, achte darauf, ob es aus hellen oder dunklen Mandeln hergestellt wurde. Helle Mandeln sind blanchiert, das heißt, die Haut ist entfernt. Die Schale der Mandel enthält viele wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Ein Mus aus ganzen, gerösteten Mandeln (Schale inklusive) liefert dir oft mehr Nährstoffe. Das schmeckt etwas intensiver, ist aber meist die gesündere Wahl. Mandelmus eignet sich auch hervorragend als Zutat für selbstgemachte Snacks, wie zum Beispiel gesunde Müsliriegel.
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cashewmus: die cremige süße ohne zucker
Cashewkerne schmecken von Natur aus schon süßlich und sind sehr weich. Deshalb wird Cashewmus oft besonders cremig. Wenn du Zucker sparen willst, ist Cashewmus eine gute Alternative, weil es den Süßhunger besser stillt als zum Beispiel Walnussmus. Achte aber auch hier auf die Zutatenliste. Manche Hersteller fügen bei Cashewmus noch mehr Zucker hinzu, weil sie den natürlichen, milden Geschmack verstärken wollen.
erdnussmus: der protein-lieferant (mit vorbehalt)
Erdnussmus ist populär, weil es viele Proteine liefert. Aber Erdnüsse sind streng genommen Hülsenfrüchte, keine Nüsse. Wichtiger ist: Wenn du Erdnussbutter kaufst, meide die Sorten mit viel Salz und Zucker. Ein reines Erdnussmus (nur Erdnüsse, eventuell Salz) ist ein toller Energielieferant. Für schnelle Energie unterwegs bieten sich auch gesunde Haferriegel an. Achte auf Schimmelpilzgifte, wenn du Bio kaufst, denn Erdnüsse sind anfälliger dafür. Bio-Siegel geben hier oft eine bessere Kontrolle.
selber machen: die ultimative kontrolle über dein nussmus
Wenn du wirklich sichergehen willst, was in deinem Glas landet, ist selber machen die beste Lösung. Es ist einfacher, als du denkst, und du sparst dir die Diskussionen über Palmöl und Zuckerzusatz. Dein eigener Mixer oder eine Küchenmaschine mit starkem Motor ist alles, was du brauchst. So kontrollierst du dein gesundes nussmus von der Rohware bis zum fertigen Produkt.
• die richtige nuss wählen: Kaufe hochwertige, ungeröstete Nüsse. Mandeln, Cashews oder Haselnüsse eignen sich gut. Wenn du es intensiver magst, kannst du die Nüsse vorher kurz bei niedriger Temperatur (etwa 150 Grad Celsius) im Ofen rösten. Das dauert 10 bis 15 Minuten.
• mixen, mixen, mixen: Gib die Nüsse in den Hochleistungsmixer. Am Anfang werden sie zu Pulver zermahlen. Das ist normal.
• geduld zeigen: Jetzt kommt der wichtigste Teil: Du musst weitermixen. Nach einigen Minuten wird das Pulver anfangen, an den Seiten zu kleben. Dann wird es zu einer dicken Paste. Nach etwa 5 bis 10 Minuten (je nach Mixer) platzen die Zellen der Nüsse auf und das natürliche Fett wird freigesetzt. Das Mus wird plötzlich glatt und flüssig.
• abschmecken: Wenn das Mus cremig ist, kannst du eine winzige Prise Salz hinzufügen, falls gewünscht. Fertig. Du hast ein reines Nussmus ohne jegliche Zusätze.
Diese Methode garantiert dir das gesündeste Nussmus, da du zu 100 Prozent weißt, was drin ist. Es ist ideal, wenn du zum Beispiel für dein Kind ein zuckerfreies Nussmus suchst oder bestimmte Allergene vermeiden musst.
lagerung und haltung: so bleibt dein mus frisch
Ein gesundes Nussmus ohne Konservierungsstoffe hält nicht ewig wie die industriellen Produkte. Aber richtig gelagert, hält es lange genug. Das Fett in Nüssen kann ranzig werden, besonders wenn es Licht und Wärme ausgesetzt ist. Deshalb ist die richtige Lagerung wichtig, damit dein leckeres selbstgemachtes oder gekauftes Nussmus lange hält.
• kühle und dunkle Orte: Lagere das Glas immer im Küchenschrank oder im Keller. Direkte Sonneneinstrahlung ist Gift für die Fette in den Nüssen.
• kühlung bei längerer lagerung: Wenn du viel Mus auf Vorrat gemacht hast und es länger als sechs Wochen stehen lassen willst, solltest du es in den Kühlschrank stellen. Dort wird es fester, aber es hält länger und wird nicht ranzig.
• sauberkeit beim entnehmen: Benutze immer einen sauberen Löffel, wenn du Mus aus dem Glas holst. Feuchtigkeit oder Essensreste führen schneller zur Schimmelbildung.
Wenn dein Nussmus komisch riecht oder metallisch schmeckt, ist es ranzig. Dann solltest du es entsorgen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die guten Fette oxidiert sind. Ein gesundes Nussmus lebt von seinen frischen Fetten.
häufig gestellte fragen
ist nussmus immer gesund, auch wenn es teuer ist?
Teuer bedeutet nicht automatisch gesund. Ein hoher Preis kann einfach durch Bio-Zertifizierung oder seltene Nüsse entstehen. Entscheidend ist die Zutatenliste. Ein teures Mandelmus mit Zuckerzusatz ist weniger gesund als ein günstiges, reines Erdnussmus aus dem Discounter, solange es wirklich nur Nüsse enthält.
sollte ich auf geröstete oder ungeröstete nussmus achten?
Ungeröstete Nüsse sind schonender verarbeitet, da keine Hitze verwendet wird. Geröstete Nüsse haben ein intensiveres Aroma. Beide Varianten können gesund sein. Bei starker industrieller Röstung können aber auch Inhaltsstoffe zerstört werden. Beim Selbermachen kannst du die Röstung selbst kontrollieren und moderat halten.
was mache ich, wenn mein nussmus zu hart geworden ist?
Wenn das Mus im Kühlschrank hart geworden ist, kannst du es kurz in ein warmes Wasserbad stellen. Nicht kochen! Das Glas einfach für ein paar Minuten in eine Schüssel mit warmem Wasser stellen. Das Fett wird wieder weicher und das Mus lässt sich gut verstreichen. So wird dein selbst gemachtes oder gekauftes Nussmus wieder streichfähig.